KI für den Unterricht – Differenzieren und Zeit sparen.

Kinder an einem Tisch vor einer Kreidetafel die sich etwas erklären.

Während Lisa und Robert schon fast mit der Übung fertig sind, braucht Maria noch eine Erklärung. Lukas möchte eine zusätzliche Übung. Eine Gruppe von Schülern hat die Aufgabe erst jetzt angefangen. Hier kann KI für den Unterricht einen entscheidenden Vorteil für den Erfolg des Lernens bedeuten.

All das ist kein Ausnahmefall. So ist Unterricht. Tag für Tag – und Unterrichtende managen diese Situationen mit viel Fingerspitzengefühl und Engagement. Erfahrene Lehrer ziehen bereits erstellte Varianten aus der Schreibtischschublade oder, heutzutage, aus dem USB-Stick oder – wenn sie Glück haben – vom Shared Folder der Fachgruppe an ihrer Schule. Sie differenzieren und passen ihre Lehr-Lern-Inhalte mit unterschiedlichen Inhalten und Aktivitäten, die alle in der Klasse so weit wie möglich berücksichtigt werden, an.

Diese Anpassungen sind auch notwendig. Die Fakten dazu sind bekannt. Studien wie die INSIDE-Studie 2025 mit über 4.000 Schüler:innen zeigen: Differenzierter Unterricht verbessert nicht nur Lernergebnisse, sondern auch die soziale Teilhabe (Gresch et al., 2025 – Springer). 

Jedoch braucht Differenzierung Zeit. Und auch wenn Lehrer einen Teil der Ferien dazu verwenden, ihre Vorbereitungen fürs kommende Schuljahr „aufzupeppen“ – wer weiß schon genau, was die 3A im November als Inhalte konkret benötigen wird. Im November, einem der prüfungsstärksten und zeitaufwendigsten Monate des Schuljahres, ist der Lehrer dies dann zwar sehr genau im Bild, was gerade „im Moment“ nötig wäre, hat aber vielleicht keine Möglichkeit, allem zu entsprechen. Dies ist auch den aktuell erhobenen Fakten der Bildungsbranche zu entnehmen. Kaum eine Branche, in dem Zeitmangel zu Stoßzeiten mehr thematisiert wird, als der Bildungsbereich. So nennen laut Deutschem Schulbarometer 2025 zum Beispiel 34% der Lehrkräfte Zeitmangel als ihre größte Herausforderung. Und die Zahl steigt an. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 6 Prozentpunkte mehr. Gleichzeitig sehen 32% der gleichen Befragten die große Vielfalt der individuellen Hintergründe und Niveaus der Schüler in den Klassen als zentrales Problem (Robert Bosch Stiftung, 2025).

Mit dem Einsatz neuer Tools der KI könnten neue Lösungen zu genau dieser Situation gefunden werden. Diese begleiten sowohl bei einer individuellen, gestaffelten Vorbereitung als auch bei der Anpassung von schon vorhandenem Material an unterschiedliche Niveaus. Auch verschiedene Sprachhintergründe können durch die Verwendung von diversen Sprachlevels Lösungen finden – ob per EarPod oder schlicht und ergreifend als Ausdruck. 

Mit einer Vorbereitung und Tools vor Ort, die all dies berücksichtigen, wäre mehr Zeit für Lehrende und Schüler in ihrer Interaktion vorhanden.  Mit anderen Worten, Unterrichtende könnten diverse Mittel aus der „digitalen Tasche“ ziehen und für die Zwecke passgenau einsetzen. Genau hier setzt gute KI für den Unterricht an – sie begleitet bei der Vorbereitung und im Moment. Sie dient als Material für die „Brücken“, die die Unterrichtenden „bauen“. 

1. Mit KI für den Unterricht Inhalte in Teilaufgaben gliedern und automatisch staffeln
KI gliedert Aufgabenstellungen in mehrere Schwierigkeitsstufen – vom Wiedergeben von Fakten bis zum Entwickeln eigenständiger Lösungen. Der Lehrer hat in der Klasse einfach alles bei der Hand und setzt die Inhalte je nach Bedarf ein. Schon in der Vorbereitung werden unterschiedliche Varianten vorgeschlagen. Für besonders Anspruchsvolle ermöglichen kleine Fallstudien und Gruppenarbeiten das Weiterarbeiten.

2. Unterschiedliche Tonalitäten.
Gen-Z-Speak, Gen-Alpha … Welcher Unterrichtende hat sich nicht schon selbst wie in einem Witz über Generationen und ihre verschiedenen Sprachen gefühlt? Lehrer müssen diese Lücke täglich überwinden. Ist die Erklärung zu „cringe“? Zu einfach? In jedem Fall 6/7? Egal, Erklärungen sind teilweise einfach notwendig. KI kann im Handumdrehen im Rahmen der Vorbereitung helfen, sich auf alternative Tonalität und Beispiele für unterschiedliche Unterrichtssituationen einzustellen. Ob diese jedoch immer als „passend“ empfunden werden, liegt natürlich im Auge des Betrachters.

3. Varianten schneller erstellen.
Statt drei Versionen händisch anzupassen, Literatur zu wälzen, Modelle zu suchen, Altersgruppierungen zu hinterfragen, können moderne KI-Systeme die Unterrichtenden nun schon beim Erstellen der Materialien mit mehreren Levels unterstützen. Aber auch  in der Klasse hilft bei Unvorhergesehenem eine kleine, rasch erstellte Aufgabe. Und das alles in gewohnter, pragmatischer Weise mit Chat oder Auswahl.

Fazit: Differenzierung braucht keine Nachtschichten mehr. Praktikable Wege, das alles umzusetzen, sind real – und das ohne noch mehr Abende am Schreibtisch.